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Kennen Sie auch den Ausspruch „Das ist keine GFK!“ oder „Das ist jetzt aber nicht gewaltfrei!“?

So oder so ähnlich begegnen manchmal Lernende und Lehrende anderen GFK-interessierten und Übenden, wenn Sie etwas hören, dass ihrer Meinung nach nicht den Kriterien der Gewaltfreien Kommunikation entspricht.

Eine Mutter sagt vielleicht zu ihrem jugendlichen Kind „Ich bin unruhig, wenn ich nicht weiß bei welchem Freund Du gerade bist und brauche Sicherheit…“ Noch bevor die Mutter aussprechen kann, antwortet das Kind „Boah, Mama! Ich bin schon alt genug und kann gut selbst auf mich aufpassen.“ Irgendwann reagiert die Mutter vielleicht frustriert oder ist genervt, weil sie mit ihrem Anliegen nicht gehört wird und antwortet möglicherweise mit den Worten „Wenn Du mir nicht sagst, wo Du hingehst, dann gehst Du eben nirgendwo hin!“

War das jetzt GFK? – Vielleicht schreien Sie innerlich auf und sagen natürlich nicht! Am Ende droht die Mutter schließlich ihrem Sohn mit Strafe und… STOP!

Stop! Das ist keine GFK!

Was passiert jetzt gerade, wenn Sie denken, dass sei nun keine GFK?
Wird hier nicht gerade die Handlung und Aussage der Mutter bewertet?
Welche Gefühle und Bedürfnisse stehen hinter der Aussage der Mutter? Putzen Sie Ihre Giraffenohren!

Marshall B. Rosenberg sagte einmal sinngemäß „Wenn ich einen Wolf höre, dann bin ich gerade selbst einer.“ Ich mag diesen Hinweis sehr.

Haltungscheck!

Gewaltfreie Kommunikation ist mehr als das Anwenden einer Methode. Sie ist die Sprache des Lebens. Eine Haltung, die unabhängig von dem was jemand anders sagt oder tut, uns dazu ermutigt, zu zuhören. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das, was der Andere gerade fühlt und braucht, spielt es keine Rolle welche Worte dafür verwendet werden.

Mir hilft das nachfolgende Rosenberg Zitat, an das ich mich gerne erinnere, wenn ich mich einmal nicht so ausgedrückt habe oder ausdrücken konnte, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte.

„Alles was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, unvollkommen getan zu werden.“ ~ Marshall B. Rosenberg

Achten Sie darauf, wenn Sie das nächste Mal zuerst urteilen und hören Sie dann noch einmal mit Giraffenohren zu. Gelingt es Ihnen die Gefühle und Bedürfnisse hinter der Aussage Ihres Gegenübers zu hören? Wie verändert sich dadurch Ihre Einstellung und die Bereitschaft im Gespräch zu bleiben?

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